Zersiedlung ins Grüne verhindern

Im Rahmen der Zonenplanrevision von Basel sind mehrere Stadtrandentwicklungen – so die gewählte Bezeichnung für Bauzonenerweiterungen ins Grüne – geplant. Gegen jene im Osten (Rankhof) und Süden (Bruderholz) haben BastA!, Grüne Basel-Stadt, Umweltverbände und weitere das Referendum ergriffen.

Obwohl das Raumplanungsgesetz verlangt, die Zersiedlung zu beschränken, indem zuerst die Entwicklungsmöglichkeiten im bestehenden Siedlungsgebiet genutzt werden, machen der Regierungsrat und der Grosse Rat mit den Siedlungserweiterungen das genaue Gegenteil. Anstatt zuerst zu schauen, stadtrandwelches Umnutzungs- und Verdichtungspotential in der Stadt existieren und was damit am sinnvollsten geschehen soll, wird munter weiter ins Grüne gebaut. Zudem wird die Frage, wie günstiger Wohnraum erhalten und geschaffen werden kann, vollständig ausgeklammert.

Auf dem Bruderholz sollen für nur 250 Bewohnende fünf Hektaren Kulturland und Naherholungsgebiet verbaut werden. Mit 50 Personen pro Hektar unterschreitet die geplante zweigeschossige Überbauung sogar die für Basel ohnehin schon bescheidene Dichte auf dem Bruderholz.

Bei der Siedlungserweiterung Osten drohen die bis zu zwölf Hochhäuser einen ökologischen «Hotspot» in Rheinnähe und eine zentrale ökologische Vernetzungsachse zwischen Wiese-Ebene und Hochrhein zu zerstören. Geplant sind mehrheitlich teure Wohnungen, bloss ein Viertel des Wohnraums ist für gemeinnützige Wohnbauträger vorgesehen und damit einigermassen zahlbar. Entgegen dem üblichen Vorgehen bei solchen grossen Überbauungen kann bei den Siedlungserweiterungen im Süden und Osten Parlament und Bevölkerungen beim zweiten und viel detaillierteren Bebauungsplan nicht mehr mitreden. Der Regierungsrat beschliesst abschliessend. Dies widerspricht unserem Demokratieverständnis und verhindert nachträgliche Verbesserungen. Die Ablehnung der am 28. September 2014 zur Abstimmung kommen den Vorlagen ist daher die einzige Möglichkeit, den Verlust von ökologisch wertvollen und für die Stadtbevölkerung notwendigen Naherholungsgebieten am Stadtrand zu verhindern.

Die Ablehnung der Siedlungserweiterungen bietet zudem die Chance für die dringend notwendige Diskussion um eine sinnvolle Verdichtung und mögliche Massnahmen zum Erhalt und der Förderung von günstigen Wohnungen.

«Grünflächen opfern für noch mehr teure Wohnungen? Sicher nicht!»

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.