Weshalb muss man JA zur «Grüne Wirtschaft» stimmen, wenn man etwas über den Tellerrand hinausschaut?

Beitrag zur Pressekonferenz des Regionalen Komitees zur Initiative «Grüne Wirtschaft»

Die Initiative dient nicht nur der Umwelt, sondern auch der globalen Gerechtigkeit. Heute leben wir nicht zur auf Kosten zukünftiger Generationen, sondern auch auf Kosten anderer Regionen. Wir verbrauchen in der Schweiz viel mehr Ressourcen, als uns zu Verfügung steht. Würden alle Menschen auf der Erde so übermässig konsumieren, wie eine Durchschnittsperson in der Schweiz würden wir 3.3 Erden brauchen. Oder anders gesagt: Wir verbrauchen in der Schweiz über 3mal so viel Ressourcen, als uns zusteht. Das ist schon lange bekannt, aber trotzdem ändert sich nicht viel daran. Ich möchte Ihnen zwei zentrale Gründe mitgeben, weshalb wir endlich handeln müssen.

1. Abhängigkeit von Importen

Nicht nur die Schweiz lebt über ihren Verhältnissen. Die natürlichen Ressourcen werden weltweit knapp. Der Streit um die übrigbleibenden Ressourcen wie Erdöl, Wasser und fruchtbares Land, wird dadurch immer härter geführt. Da die Schweiz ein Vielfaches von dem braucht, was unser Boden hergibt, sind wir besonders abhängig davon, ob wir international an die Ressourcen können. Schon heute kommt beispielsweise die Hälfte unseres Essens aus dem Ausland und auch die inländische Produktion ist vom Import an Dünger, Pestiziden und Diesel angewiesen. Wir müssen daher dafür sorgen, dass wir weniger Ressourcen verbrauchen, damit auch längerfristig die Grundlagen für die Wirtschaft und die Bevölkerung vorhanden sind – in der Schweiz und global. (Quelle Grafik: Global Footprint Network National Footprint Accounts 2016).

2. Zerstörung der Lebensgrundlagen von Millionen von Menschen

Unser Luxus und die Bequemlichkeit der Wirtschaft zerstört die Lebensgrundlagen von Menschen in anderen Regionen der Welt. Wegen dem Klimawandel werden Inseln überschwemmt, das Trinkwasser versalzen und untrinkbar. Äcker werden durch den Salzeintrag oder die Wüstenbildung zerstört. Kriege um knappe Ressourcen treiben Millionen von Menschen in die Flucht. Aber auch der Abbau von Metallen wie Aluminium, Kupfer oder Gold vergiftet die Umgebung und ganze Gewässersysteme.

Gemäss einer Studie von Greenpeace drohen alleine wegen dem Klimawandel in den nächsten Jahrzehnten über 200 Millionen Klimaflüchtlinge (Studie Greenpeace 2014). Dabei sind schon heute so viele Menschen auf der Flucht, wie seit dem 2. Weltkrieg (65,3 Millionen Menschen) und stellen die Welt vor eine riesige Herausforderung. Anstatt die Zusammenhänge zu akzeptieren und sich den Wandel zu einer nachhaltigen Wirtschaft einzuleiten, fällt den reichen Länder derzeit aber nichts Besseres ein, als die Grenzen zu schliessen. Dabei können nicht einfach so weiterwirtschaften wie bisher und uns dann wundern, wenn diese Menschen irgendwann an unserer Grenze stehen und eine neue suchen.


Quelle: climate.diplomacy.edu

«Nichts tun» stellt uns vor viel grössere Herausforderungen als die «Grüne Wirtschaft»

Wenn wir heute nicht endlich die Weichen für eine grünere und damit auch sozialere Wirtschaft stellen, droht in nicht allzu langer Zeit ein globaler Kampf – man könnte auch globaler Bürgerkrieg sagen – um Ressourcen, fruchtbare Böden und sauberes Trinkwasser. Und eine riesige humanitäre Krise. Im Vergleich zu diesen drohenden enormen Herausforderungen, sollte es doch möglich sein, mit einem besseren Recycling und langlebigeren Produkten die Schweizer Wirtschaft in die Richtung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft zu bewegen.