Gateway Basel Nord schadet Klima, Natur und Schifffahrt

Das überdimensionierte Containerterminal Gateway Basel Nord ist mit dem Klima-Notstand nicht vereinbar.

Blick über Wiese und Kleinhüngiger Hafen

Die Befürwortenden des Gateway Basel Nord setzen auf ein unbegrenztes Konsumwachstum und wollen die Container-Import-Menge mindestens verdreifachen. Dabei gehört die globale Schifffahrt zu den klimaschädlichsten Branchen weltweit. Mit der massiven Erhöhung des Containerumschlags wächst auch der Lastwagenverkehr ab Hafen Kleinhüningen von heute gut 750 auf über Tausend Fahrten pro Tag (Quelle: Gateway Basel Nord AG). Das Riesenterminal schadet somit dem Klima- und Alpenschutz. Wer den Klimaschutz ernst nimmt, investiert nicht 115 Mio. Franken Steuergelder (plus nochmal so viel an Bundessubventionen), um noch mehr Güter um die ganze Welt zu transportieren. Aufgrund der Corona-Krise überlegen bereits verschiedene Firmen, ihre Produktionsbetriebe nach Europa zurück zu holen.

Das Areal ist bundesrechtlich geschützt

Das Areal auf dem Gateway und Hafenbecken gebaut würden, ist im Inventar der Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung aufgeführt und somit nach Bundesrecht geschützt. Es beherbergt eine aussergewöhnliche Vielfalt selbst für ein Naturschutzgebiet. Es ist einer der schweizweit wertvollsten Trockenlebensräume. Daneben geniesst auch das Gebiet der Hafenbahn am Rhein auf Kantonsebene Schutz.

Der Hafen muss der Stadtentwicklung weichen

Die Politik will den Hafen vom Rheinufer verdrängen, um dort lukrativere Büros und Wohnungen zu bauen. Damit verliert der Hafen die geeignetsten Flächen und soll ins Landesinnere verschoben werden. Dabei gibt es im Klybeck auch ohne die Hafenfläche genügend freie Areale für Wohnüberbauungen. Alleine auf dem ehemaligen Chemieareal Klybeck Plus wird Platz frei für 8’000 – 10’000 Einwohnende und etwa 10’000 Arbeitsplätze.  

Die Basler Rheinhäfen für die Zukunft ausrichten

Es geht in der Diskussion um das Gateway Basel Nord und das Hafenbecken 3 nicht um ein flächenmässiges Wachstum, sondern um die utopischen Umsatz-Wachstumsträume der Befürwortenden. Seit 2015 nimmt die Gesamtmenge des Güterumschlags an den Rheinhäfen kontinuierlich ab und auch der Containerumschlag stagniert. Die Rheinhäfen wachsen nicht. Die jetzigen Kapazitäten sind auch nicht am Anschlag. Die Prognosen zum Wachstum im Containerverkehr sind gewagt – ist diese Branche doch von sehr vielen Faktoren abhängig – wie wirtschaftlicher Gesamtentwicklung, Wasserstand des Rheins zwischen Rotterdam und Basel und der zukünftigen Ausrichtung unserer Konsumgesellschaft. Unter Berücksichtigung dieser Faktoren macht ein riesiger Containerterminal und ein neu zu bauendes Hafenbecken im Jahr 2020 keinen Sinn. Nachhaltiger wäre es, die bestehende Hafeninfrastruktur zu modernisieren und die Rheinhäfen mit intelligenten und nachhaltigen Logistiklösungen auf die Zukunft auszurichten.

Tonja Zürcher, BastA!-Grossrätin
Oliver Bolliger, BastA!-Grossrat

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